Die Partnerschaft für Demokratie in Limbach-Oberfrohna entwickelt sich zunehmend zu einer echten Erfolgsgeschichte. Das zeigt sich nicht zuletzt an der großen Zahl bewilligter sowie bereits geplanter Projekte für die kommenden Monate.
„Wir befinden uns in diesem Jahr erstmals in der Situation, dass bereits Anfang Juni ausreichend Projektideen vorliegen, um die zur Verfügung stehenden Fördermittel bis Jahresende vollständig auszuschöpfen. In den kommenden Sitzungen wird es daher wichtig sein, die Mittelvergabe sorgfältig zu priorisieren und zu planen“, sagte Katja Hasler heute zur jüngsten Bündnissitzung der Partnerschaft für Demokratie. Die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Limbach-Oberfrohna koordiniert gemeinsam mit Jenny Benedix vom Kompetenzzentrum für Gemeinwesenarbeit im Erzgebirge die lokale Partnerschaft. Insgesamt stehen in diesem Jahr rund 70.000 Euro für die Umsetzung von Projekten in Limbach-Oberfrohna zur Verfügung.
Zur Sitzung bewilligten die Mitglieder die Förderung von drei Projekten.
Das „8. Internationale Sommer-Camp in Limbach-Oberfrohna“ soll vom 20. bis 24. Juli die Begegnung von einheimischen Kindern und Jugendlichen, die beim FSV Limbach-Oberfrohna aktiv sind, und solchen mit Flucht- und Migrationshintergrund, die bisher keine oder kaum Anbindung an das Vereinsleben der Stadt gefunden haben, erleichtern. „Das Projekt bringt Kinder in unseren Verein und stärkt deren soziale Kompetenz“, brachte es Marcel Körner, Vorsitzender des FSV Limbach-Oberfrohna auf den Punkt.
„Zwischen Spiel, Manipulation und Wirklichkeit – Extremismus- und Radikalismusprävention“ lautet der Titel eines Projektes, das der Förderverein des Albert-Schweitzer-Gymnasiums eingereicht hat. Die „Aktion Jugendschutz Sachsen“ (AJS) führt dabei noch in diesem Schuljahr in der Klassenstufe 9 mit rund 90 Schülerinnen und Schülern in vier Klassen das Improvisationsspiel „InsightX- Einsicht“ zur Extremismus- und Radikalismusprävention durch. Ergänzt wird das Angebot mit der Aufführung der Filmdokumentation „And the King Said, What a Fantastic Machine“. Kunstvoll und rasant montiert aus Archivmaterial und teilweise spektakulären Handyaufnahmen, zeigt der Film, wie fundamental die visuelle Kultur bis heute unsere Gesellschaft geprägt hat – von der Camera Obscura und den ersten Laufbildern des Foto-Pioniers Eadweard Muybridge bis zu haarsträubenden privaten Aufnahmen von Adrenalinjunkies im Selfie-Wahn. Den Abschluss des Projekttages bilden eine gemeinsame Auswertung und Reflexion mit den persönlichen Erkenntnissen der Jugendlichen aus Spiel und Film.
Darüber hinaus stellte der Förderverein des Albert-Schweitzer-Gymnasiums einen Förderantrag für das Gewaltpräventions- und Resilienzförderprogramm „Stark auch ohne Muckis“. Bei diesem sollen Ende des Monats Kinder und Jugendliche in sozialen Kompetenzen, Selbstwertgefühl sowie Handlungsfähigkeit in Konflikt- und Mobbingsituationen gestärkt werden. In interaktiven Workshops lernen die insgesamt mehr als 80 Kinder der Klassenstufe 5 eigene Grenzen wahrzunehmen und zu kommunizieren, respektvoll miteinander umzugehen und demokratische Werte wie Fairness, Mitbestimmung und Solidarität im Alltag umzusetzen.
Bei den kleineren Mikroprojekten gab es unter anderem grünes Licht zur Finanzierung der Kinovorführung des Films zum Jugendroman „Tschik“, des im Mai realisierten „City Cleanup“ und einer lokalhistorischen Bildungsfahrt. „Es ist sehr erfreulich, dass auch Antragssteller, die bisher die Förderung der Partnerschaft für Demokratie noch nicht genutzt haben, bei den Mikroprojekten ihre Ideen eingereicht haben“, sagt Jenny Benedix.
Bündnismitglied Ullrich Meyer jetzt Generationenbotschafter
Am Rande der Sitzung informierte Bündnismitglied Ullrich Meyer, geschäftsführender Ältester der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Limbach-Oberfrohna, die Anwesenden darüber, dass er seit April Generationenbotschafter der Sächsischen Generationenagentur ist. „In dieser Position will ich mich unter anderem dafür einsetzen, die vielen Aktionen, die für die verschiedenen Generationen in der Stadt bereits angeboten werden, noch sichtbarer zu machen“, sagte er. Eine Unterstützung kann er sich so unter anderem für die im Herbst in Wolkenburg geplante Neuauflage des Generationenfestes gut vorstellen.
Erste Jugendkonferenz findet am 22. August statt
Ein weiterer Höhepunkt steht bereits fest: Am 22. August findet erstmals eine Jugendkonferenz in Limbach-Oberfrohna statt. Unterstützt von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, sollen die Mitglieder von Jugendbeirat und Arbeitskreis Jugend gemeinsam mit Interessierten Jugendlichen neue Ideen für die Stadt entwickeln. „Erwachsene sind an diesem Tag ausdrücklich nicht erwünscht“, machte Jenny Benedix deutlich. Ein weiteres Ziel der Konferenz sei es, Angebote, wie den von der Partnerschaft für Demokratie geförderten Arbeitskreis Jugend und den Jugendbeirat bekannter zu machen.
Die nächste Bündnissitzung der Partnerschaft für Demokratie findet am 3. September statt, Projektanträge können bis 24. August eingereicht werden.







