Jugendliche erlebten Bildungsreise in die Schweiz

Wie schon in den vergangenen Jahren hatten das Team des Jugendhauses sowie die Streetworker des Fördervereins für offene Jugendarbeit im Limbacher Land e.V. wieder eine Bildungsreise – diesmal eben in unser Nachbarland Schweiz – organisiert.

Auch wenn sich die Planung und Vorbereitung unter „Corona-Bedingungen“ nicht ganz einfach gestaltete, ließen sich die Organisatoren nicht beirren und erhielten für das Vorhaben gleichfalls Unterstützung, in bewährter Weise durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“, wo entsprechende Mittel beantragt wurden, sowie hinzu kommend und großzügig durch den Damen-Lions-Club Limbach-Oberfrohna.

Das Thema der Tour in den Sommerferien lautete: „Demokratie hat viele Gesichter…“ (der Blick auf die direkte Demokratie in der Schweiz, auch im Vergleich zu der unsrigen Form, der parlamentarischen Demokratie in Deutschland). Bei mächtiger Hitze traf unsere 20-köpfige Gruppe, die aus Jugendlichen von städtischen Schulen, aus Auszubildenden, Studierenden bzw. schon berufstätigen jungen Leuten zwischen 14 und 21 Jahren (darunter drei Mitglieder des Jugendbeirates von L.- O.) bestand, mit dem Sozialarbeiter als erstes für eine Führung im beeindruckenden Alternativen Jugendzentrum „Reitschule“ zusammen. Unterbrochen von einem mehr als willkommenen Flussbad für alle in der Aare, schloss sich am Nachmittag eine Stadtführung „Bern politisch!“ an, welche uns unter den thematischen Aspekten sehr anschaulich und interessant von einem jungen Politiker präsentiert wurde, der an den jeweiligen exponierten Orten nicht nur berichtete und erläuterte, sondern gleichzeitig auch zahlreiche Fragen beantworten konnte.

„Ein Obdachloser erzählte er uns sehr authentisch und bewegend seine Lebensgeschichte.“

Von Peter Müller

Unser Ziel für den nächsten Tag war dann eigentlich das Berner Bundeshaus, das Parlamentsgebäude der Schweiz. Der gebuchte Besuch im Innern wurde uns aber coronabedingt leider kurzfristig abgesagt. Jedoch kein Problem, unsere flexible und kreative „Reiseleitung“ ermöglichte uns das Erleben eines weiteren Highlights. Dies war nochmals eine Stadtführung durch das schöne Bern. Allerdings aus einem ganz anderen Blickwinkel heraus zeigte uns ein ehemaliger Obdachloser von der Münsterplatte ausgehend völlig andere, für ihn relevante Punkte im Zentrum der Hauptstadt. Damit verknüpft erzählte er uns sehr authentisch und bewegend seine Lebensgeschichte, informierte u.a. über die frühere und vorhandene Drogenszene und fesselte uns mit seinen Schilderungen glatte drei Stunden. Trotz wieder heißen Temperaturen in der Stadt wurde das Keinem zu viel, aber umso mehr hatten wir uns anschließend wieder ein phantastisches Bad im Gletscherwasser der Aare und ein bisschen Freizeit verdient!

Zum ein stückweit Kennenlernen der Schweiz gehören natürlich auch die Berge und die Natur. Ein Abstecher dahin erwartete uns am darauffolgenden Tag – nämlich ein Ausflug zu den Trümmelbachfällen in der Nähe von Interlaken, wo man etagenweise auf- steigend in Höhlen bestaunen kann, wie sich aus oberen Bergregionen kommend und gewaltig tosend Gletscherwasser den Weg durchs Gestein bahnt. Abgerundet wurde das Programm in der herrlichen Gegend mit der Fahrt in der Zahnradbahn auf fast 2000 m Höhe, auf die Schynige Platte – ein Bergaussichtsplateau mit einem atemberaubenden Rundumblick auf die Berggiganten Eiger, Mönch und Jungfrau sowie natürlich auf weitere Gebirgszüge und Täler. Eine kleine Wandertour in dem Gebiet und durch den dort angelegten Alpengarten bot uns Fotomotive ohne Ende. Zum großen Bedauern aller Teilnehmer war es nach den drei intensiven Tagen dann viel zu schnell da – das Ende unserer Tour und so begaben wir uns am 14. August wieder auf den Heimweg, welcher uns mit fast 14 Stunden als „langwierig und staugeplagt“ im Einzelnen nicht ganz so gut in Erinnerung bleiben wird, wie die Bildungsreise in die Schweiz insgesamt. Sie war rundum toll, spannend, sehr lehr- und erlebnisreich und es bleibt uns abschließend nur, ganz herzlich „Danke“ zu sagen an alle, die das (auch mit einem geringen finanziellen Eigenanteil der Beteiligten) möglich gemacht haben!

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