Projekt zur Gewaltprävention in der Grundschule Kändler

Bewusstsein für Mobbing und negatives Verhalten schaffen, Werte und Normen der Gesellschaft kennenlernen und für eigene Klasse gemeinsam erarbeiten, Konflikte gewaltfrei und nur durch respektvolle Kommunikation lösen – das sind einige der Themen gewesen, die im Juni innerhalb eines Projektes zur Gewaltprävention von der Klasse 3 der Grundschule Kändler bearbeitet worden sind. Die Veranstaltung wurde von der Partnerschaft für Demokratie Limbach-Oberfrohna finanziell unterstützt.

„Weitere wichtige Bestandteile des Projektes waren Entspannungsminuten und Übungen zur Selbstbeherrschung, mit denen die Kinder den Umgang mit ihren eigenen Gefühlen und Emotionen erlernen sollten“, sagt Michelle Pohl, Schulsozialarbeiterin der Grundschule Kändler. Ihre Kollegin von der Goethe-Grundschule hatte sie auf das Projekt aufmerksam gemacht. Realisiert wurde der dreitägige Workshop vom Gewaltpräventionszentrum des Vereins für Aktivität und Prävention (VAP) aus Aue-Bad Schlema.

„Die gesamten drei Tage waren eine gute Mischung aus Übungen, Spielen und intensiven emotionalen Gesprächen, die die Kinder zum Nachdenken über ihr eigenes Verhalten anregten“, sagt Michelle Pohl. Am ersten Tag ging es hauptsächlich um das allgemeine Klassenklima und das eigene Verhalten – dabei wurde schnell klar, dass jedes Kind schon mal negatives Verhalten gezeigt hat. „Im Verlauf des Tages hat die Klasse gelernt, was genau dieses negative Verhalten ist, wie sich andere Kinder dabei fühlen und welche Auswirkungen dies auch auf das alltägliche Leben haben kann“, berichtet die Schulsozialarbeiterin. Unterbrochen wurde der fachliche Input immer wieder durch Entspannungsminuten, in denen die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit hatten, wieder zur Ruhe zu finden und fit für die neuen Übungen zu werden.

Am zweiten und dritten Tag wurde der Klasse dann immer wieder der Spruch „Ich bin kein Opfer, keine Gefahr!“ deutlich gemacht. Dies bedeutet, dass die Kinder weder Täter, noch Opfer werden sollen. Ein wichtiger Bestandteil dessen war ein Bewusstsein für wahre Stärke zu schaffen. Denn Stärke kommt aus dem Kopf, nicht aus den Armen. Und: Bevor man handelt, sollte man über eventuelle (längerfristige) Folgen nachdenken.

Um die Inhalte des Workshops für alle greifbar zu machen, durfte die Klasse zum Ende gemeinsam ihre wichtigsten Werte zusammentragen. Dabei wurde demokratisch entschieden und jeder konnte eigene Ideen und seine Meinung einbringen. Am Ende fanden sich folgende Klassenwerte auf einem Plakat:

 

  • Vielfalt (Unterschiedlichkeit),
  • Rücksicht,
  • Zusammenhalt,
  • Eigentum,
  • Gleichberechtigung,
  • Ordnung

 

Das Plakat hängt nun im Klassenzimmer, sodass sich die Kinder jederzeit an das Projekt und die vermittelten Inhalte erinnern können.

„Der Abschluss des Projektes war meiner Meinung nach nochmal ein Highlight. Die Kinder saßen im Stuhlkreis und haben Flaschendrehen gespielt – wenn die Flasche auf ein Kind zeigte, sollte dieses den Satz ,Ich bin ein wertvoller Mensch, weil …‘ und drei positive Eigenschaften über sich selbst sagen. Dies gab den Kindern nochmal mehr Selbstvertrauen und Mut und hat das Projekt abgerundet“, sagt Michelle Pohl. Das dreitägige Verhaltenstraining sieht sie nicht nur für die meisten Kinder als Erfolg, sondern auch für sich als Schulsozialarbeiterin: „Ich konnte mir selbst viel mitnehmen, habe einiges über Verhalten, verschiedene Methoden und Übungen gelernt und habe nochmal einen ganz anderen Blick auf die Kinder bekommen können.“

Um die Eltern bei diesem Projekt von Anfang an mitzunehmen, fand im Vorfeld ein Elternabend statt. Ein weiterer Projekttag soll im Februar folgen.

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